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Schmerztherapie

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Neuraltherapie

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Schmerztherapie

Das Schmerzempfinden und die Schmerzverarbeitung finden vor allem im Gehirn statt; von dort wird dann die entsprechende Abwehrreaktion generiert. Einige Reflexbögen laufen jedoch auch ausschließlich über die Rückenmarksnerven.

Der akute Schmerz ist als Warnzeichen sinnvoll und dient als Hinweis zur Diagnose der zugrunde liegenden Krankheit. Er besitzt somit eine wichtige biologische Funktion und hat eine eindeutige Ursache. Eine Behandlung der Ursache führt meist dazu, dass die Schmerzen nachlassen und nach einer gewissen Zeit wieder verschwinden.

Anders verhält es sich bei chronischem Schmerz; der zu erwartende Zeitraum in dem eine Heilung normalerweise erfolgt, wird bei chronischem Schmerz überdauert. Es ist bei den betroffenen Patienten festzustellen, dass mehrere Faktoren ursächlich für dieses Überdauern der Schmerzen sind. Diese Ursachen lassen sich sowohl im somatischen, als auch im psychischen und sozialen Bereich finden oder zumindest vermuten.

Neben der Behebung der Ursache muss die Behandlung auch die Schmerzlinderung sowie die Beseitigung der Krankheitsfolgen berücksichtigen.

Es besteht die Möglichkeit, dass aus dem chronischen Schmerz eine eigenständige Schmerzkrankheit wird. Die Schmerzen haben in diesem Fall ihre Leit- und Warnfunktion verloren und werden sozusagen von einem Schmerzgedächtnis unterhalten.

Neben den organischen Veränderungen ist diese Schmerzkrankheit auch durch die daraus folgenden psychosozialen Veränderungen definiert.
Sie bestimmt das ganze Leben des Patienten mit seinen sozialen Beziehungen.

Migräne, Cluster-Kopfschmerz, Trigeminusneuralgie, Zosterneuralgie (Gürtelrose), Stumpf- und Phantomschmerzen sowie Krebsschmerz sind beispielsweise primär chronische Schmerzen.

Bei Akutschmerzen und gerade auch bei den zuvor genanten chronischen Schmerzen müssen Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden, die vorbeugend wirken und somit der Entwicklung der Schmerzkrankheit entgegen wirken können.

Im Gegensatz zu den akuten Schmerzen, haben chronische Schmerzen fast nie nur eine einzige auslösende oder unterhaltende Ursache, sie sind multikausal.

Eine Beeinflussung der Schmerzempfindung im Gehirn kann durch die im Folgenden genannten Maßnahmen erfolgen:

  • Beeinflussung der Schmerzrezeptoren: Lokalanästhetika betäuben die Schmerzrezeptoren (Infiltrationsanästhesie). Nicht-Opioid-Analgetika (Aspirin, Paracetamol, Ibuprufen, Voltaren , Celebrex u.a.) setzen die Sensibilität der Schmerzrezeptoren herab.
  • Beseitigung der Noxe: in der konventionellen Medizin werden hierfür Glucokortikoide (Steroidale Antirheumatika) verabreicht, welche die Entzündung hemmen. Krampflösende Medikamente heben schmerzhafte Verkrampfungen der glatten Muskulatur auf.
  • Opiatanalgetika hemmen die Weiterleitung von Schmerzimpulsen im Rückenmark und Gehirn (Thalamus) durch Unterstützung der absteigenden hemmenden Bahnen. Sie wirken über Opioid (µ, kappa, delta, tau). Von der aufsteigenden Schmerzbahn zweigen Fasern ab, die direkt zur Steigerung von Aufmerksamkeit/Wachheitsgrad und zur Anregung des Herzkreislaufsystems und des Atmungssystems führen. Eine weitere direkte Verbindung besteht zum limbischen System und den entsprechenden Emotionen.
  • Ketamin bewirkt u. a. über den NMDA-Rezeptor eine dissoziative Analgesie.
  • Lokalanästhetika unterbrechen die Weiterleitung von Schmerzimpulsen in peripheren Nerven (Leitungsanästhesie) und zentralen Nervenbahnen (Rückenmarksanästhesie).
  • Psychopharmaka (Sedativa wie Antidepressiva, Benzodiazepine und Neuroleptika) beeinflussen die Schmerzverarbeitung im Gehirn.

Stufenschema der Schmerztherapie nach WHO:

  • Stufe 1: Nicht-opioides Analgetikum, ggf. in Kombination mit Adjuvanzien
  • Stufe 2: Schwaches Opioid, ggf. in Kombinationmit nicht-opioiden Analgetika und/oder Adjuvanzien
  • Stufe 3: Starkes Opioid, ggf. in Kombination mit nicht-opioiden Analgetika und/oder Adjuvanzien

In unsere Praxis kommen zumeist Patienten, bei denen die Therapie mit all diesen Mitteln ausgeschöpft ist oder die „pillenmüde“ geworden sind.

Durch ein ausführliches Gespräch und entsprechende Untersuchungen von Körper, Blut, ggf. Stuhl und Urin gehen wir der Schmerzursache auf den Grund. Aus ganzheitlicher Sicht spielen hier wichtige Zentren auf der Ebene von Körper, Psyche und seiner Krankengeschichte eine komplexe Rolle.

Die Therapie wird dann individuell zusammengestellt und kann z.B. Neuraltherapie, Akupunktur, Ernährungsmedizin und natürliche Arzneimittel beinhalten. Manchmal muss (vor allem zu Therapiebeginn) auch ein „normales Schmerzmittel“ dazu verschrieben werden.

Bei einigen Schmerzformen kann ergänzend eine Therapie mit ausleitenden Verfahren, Neuraltherapie oder mit Hypnose hilfreich sein, um das Schmerzgedächtnis zu löschen. Auch die physikalische Therapie mit Massagen, Wärmeanwendungen und Krankengymnastik ist eine bedeutsame Behandlungskomponente bei vielen Schmerzformen.